Um 2:30 Uhr reißt uns das Handy aus dem Schlaf.
Ich kann diese Melodie nicht mehr hören, schimpft Marc.
Wir haben uns doch gerade erst hingelegt. Aber es nützt nichts, wir müssen um 3:45 Uhr beim Einkaufszentrum in Pahoa sein.
Dort ist der Treffpunkt für die Sunrise Lavaboattour. Gegen 3:00 Uhr fahren wir los. Inzwischen trinken wir morgens statt
Kaffee einen Red Bull, damit wir einigermaßen die Augen offen halten können. 25 Minuten später
sind wir am Treffpunkt.
Um 3:45 Uhr erscheint Keith von Lava Ocean Adventures. Wir bezahlen $353,46 für 2 Personen.
Es dauert ca. eine halbe Stunde bis das
Anmeldeprozedere für alle Teilnehmer erledigt ist. Danach fährt Keith mit seinem Auto voraus und alle folgen ihm bis
zum Isaac Hale Memorial Park. Nach 20 Minuten erreichen wir den Parkplatz.
Beim Toilettenhäuschen finden wir etwas Schutz vor dem Regen. Nach der Einweisung in die Sicherheitsvorschriften
werden wir zum Boot geführt. Dieses liegt noch auf einem Trailer auf dem Parkplatz.
Plötzlich wird Melanie von einer Amerikanerin angesprochen.
Eine Eidechse hat sich auf Melanies Schulter verirrt. Da blinde Passagiere auf dem Boot
aber nicht erlaubt sind, muss sie leider an Land bleiben. Erst nachdem alle mit Hilfe einer Leiter
auf das Boot gestiegen sind, wird es zur Rampe gefahren und zu Wasser gelassen.
Noch liegen wir im Schutz der Wellenbrecher, aber sobald wir auf das Meer hinausfahren, so die
eindringliche Warnung, sollen wir uns gut festhalten. Um 5:00 Uhr geht es los.
Wir haben kaum den Schutz der Wellenbrecher
verlassen, da fängt es an zu schaukeln und Wasser spritzt auf unsere Regenjacken. Es ist noch stockfinster.
Ab und zu merkt man durch den Seegang in der Magengegend
die negativen g-Kräfte. Durch die Dunkelheit gibt kaum einen Punkt zum Orientieren. Hoffentlich weiß
der Steuermann wo es lang geht.
45 Minuten fahren wir entlang der Küste. Oft schießt das Boot über die Wellenberge hinaus
und setzt unsanft im Wellental auf. Inzwischen ist es heller geworden, so dass man die Küste sehen kann.
Dann erreichen wir die Stelle, an der die Lava ins Meer fließt.
Wir sind geschockt. Es fließt nur wenig Lava ins Meer.
Lavaküste
Lavaküste
Lavaküste
Lavaküste
Sonnenaufgang
Sonnenaufgang
Wir können es kaum fassen. Noch am Donnerstag waren von der Lava Viewing Area dicke Dampfwolken und aus über einer Meile Entfernung
rotes Glühen zu sehen. Vom Hubschrauber hatten wir dann am Sonntag schon den Eindruck, dass weniger Lava zu sehen ist. Und nun
ist noch weniger Lava zu erkennen. Unglaublich! Immerhin gibt es noch einen schönen Sonnenaufgang zu sehen.
Wir fahren immer abwechselnd zwischen zwei Stellen hin und her, an denen etwas Lava zu sehen ist. Ab und zu
platzt eine Öffnung auf und ein dünner Strang Lava quillt hervor.
Lavaküste
Lavaküste
Lavaküste
Lavaküste
Nach 45 Minuten machen wir uns auch schon wieder auf den
Rückweg. Wieder die gleiche abenteuerliche Fahrt durch die Wellen,
nur sehen wir dieses Mal mehr. Ab und zu versuchen die
Besatzungsmitglieder zu erklären, was es gerade zu sehen gibt.
Aber das könnten wir bei den lauten Fahrgeräuschen beim besten Willen
nicht verstehen.
Um 7:00 Uhr sind wir wieder beim Isaac Memorial Beach Park. Das komplette Boot wird
aus dem Wasser gezogen und zum Parkplatz gebracht. Dort steigen wir wieder aus.
Die Bootsfahrt war abenteuerlich, aber es hat Spaß gemacht. Nur etwas kürzer hätte die
Fahrt mit dem Boot zur Lava schon sein können. Im Auto frühstücken wir erst einmal
ein Sandwich. Für unsere morgige Lavatour, bei der wir zu Fuß an den Lavafluss
herangehen werden, befürchten wir aufgrund der immer weniger sichtbaren Lava nichts Gutes.
Boot
Boot
Vom Isaac Memorial Beach Park fahren wir auf dem Highway 137 bis nach Kapoho und von dort auf dem Highway 132
bis zum Lava Tree State Monument. Die sogenannten Lava Trees entstehen, wenn heiße Lava die Baumstämme umschließt und durch das
verdampfende Wasser in den Baumstämmen erstarrt. Sie kann dann nicht mehr mit der übrigen Lava abfließen und
bleibt als eine den Baumstamm umschließende Lavaschicht zurück. Nach dem Absterben und Verwittern des
Baumes bleibt diese Schicht erhalten und steht dann als bizarre Form in der Gegend herum.
Lava Tree State Monument
Lava Tree State Monument
Lava Tree State Monument
Lava Tree State Monument
Für den 1 Kilometer langen Rundgang brauchen wir 25 Minuten. Danach fahren wir
in den Volcanoes Nationalpark. Dort kommen wir um 9:50 Uhr an. Heute ist das Wetter gut.
Da heute die Sonne scheint, fahren wir noch einmal zum Jagger Museum, um einen Blick
auf die Caldera des Kilauea zu werfen.
Jagger Museum
Jagger Museum
Jagger Museum
Jagger Museum
Heute meint es das Wetter gut mit uns. Von der Terrasse des Jagger Museums
haben wir eine schöne Aussicht auf die Caldera. In der Mitte dampft der
Halemaumau Crater.
Kilauea Caldera
Kilauea Caldera
Wer schon einmal auf der Aussichtsterrasse gestanden hat, wird sich vielleicht fragen
wie dieses Foto zustande gekommen ist. Eigentlich ist es doch gar nicht möglich, die komplette
Caldera von dort zu fotografieren. Zur Erklärung sei gesagt, dass das obige Bild eine
Komposition von 12 (3x4)! überlagernden Weitwinkelaufnahmen ist. Mit dieser Information
kann sich der eine oder andere vielleicht vorstellen, welche Ausmaße die Caldera hat.
Um 10:50 Uhr verlassen wir das Jagger Museum. Auf dem Rückweg halten wir noch kurz bei den Steam Vents an.
Vor drei Tagen war es hier so neblig und diesig, dass man den Dampf gar nicht sehen konnte.
Heute ist er besser zu erkennen.
Sulphur Banks Trail
Sulphur Banks Trail
Steam Vents
Sulphur Banks Trail und Steam Vents
Am Visitor Center vorbei, biegen wir rechts Richtung Chain of Craters Road ab.
Beim Puupuai Overlook halten wir und können den Kilauea Iki Crater in seiner ganzen Breite sehen.
Kilauea Iki Crater
Kilauea Iki Crater
Vom Parkplatz gelangt man zum Devestation Trail. Wir gehen 1 km bis zum nächsten Parkplatz.
Dort kehren wir um und gehen zurück zum Auto.
Devestation Trail
Devestation Trail
Devestation Trail
Devestation Trail
Devestation Trail
Ab 12:30 Uhr fahren wir auf der Chain of Craters Road Richtung Küste. Links und rechts der Straße
liegen einige kleinere Krater. Nach 4 Kilometern biegen wir rechts in die Hilina Pali Road ab.
Die schmale und kurvige Straße führt durch alte Lavafelder und endet nach 15 Kilometern am Hilina Pali Lookout.
Von dort hat man einen schönen Panoramablick auf die Lavaküste.
Hilina Pali Road
Hilina Pali Road
Hilina Pali Lookout
Hilina Pali Road und Lookout
Für den Abstecher zum Lookout muss man ca. eine Stunde einplanen. Um 14:00 Uhr sind wir wieder auf der
Chain of Craters Road und fahren weiter Richtung Küste.
Pauahi Krater
Pauahi Krater
Beim Pauahi Krater erleben wir wieder einmal eine typische Situation. Wir sind die einzigen
Menschen am Aussichts- punkt. Kurze Zeit später sehen wir einen Reisebus auf den Parkplatz fahren und
ein kompletter Reisebus asiatischer Touristen stürmt auf uns zu.
Wir können gerade noch rechtzeitig vor dem nun folgenden Lärm unsere Videoaufnahmen beenden.
Mit dem Fotografieren sind wir noch nicht fertig, da fuchtelt schon eine Frau mit ihrer
Knipskiste vor Marc herum. Er
solle doch wohl gefälligst ein Foto von Ihnen machen und da weg gehen. Wenn es nicht so unglaublich wäre,
könnte man sich fast darüber amüsieren.
Durch ein Lavafeld aus den siebziger Jahren fahren wir weiter zur Küste. Bei Mau Loa o Mauna Ulu, Muliwai a Pele und Kealakomo
legen wir einen kurzen Fotostopp ein.
Chain of Craters Road
Mauna Ulu
Pahoehoe Lava
Mau Loa o Mauna Ulu
Muliwai a Pele
Muliwai a Pele
Gegen 15:10 Uhr erreichen wir das Ende der Chain of Craters Road. Wir
parken unser Auto und gehen zunächst zum nahegelegenen Sea Arch. Dieser liegt zu dieser Tageszeit aber schon
sehr weit im Schatten und dann auch noch im Gegenlicht. Na ja, wie heißt es so schon? Pflicht erfüllt
und abgehakt. Vom Parkplatz müssen wir nun noch ein Stück auf der Straße bis zum Lavafeld gehen.
Sea Arch
Sea Arch
Chain of Craters Road
Chain of Craters Road
Nach 15 Minuten und einem Kilometer ist das Ende der Chain of Craters Road erreicht.
Lava macht eine Weiterfahrt unmöglich. Die Straße wurde 1986, drei Jahre nach der
immer noch andauernden Eruption des Kilauea, gesperrt. Von hier bis zur derzeitigen Lava Viewing
Area bei Kalapana sind es nur ca. 9 Kilometer Luftlinie. Heute fährt man von hier jedoch
über Keaau und Pahoa ca. 105 Kilometer bis man dort ist.
Wir laufen etwas auf der Lava herum und blicken Richtung Kalapana. Wir können keine Dampfwolken sehen.
Das ist ein sehr schlechtes Zeichen. Es fließt keine Lava ins Meer. Wir wissen, was das für den
morgigen Tag bedeutet, wollen es aber nicht wahr haben.
Chain of Craters Road
Chain of Craters Road
Chain of Craters Road
Chain of Craters Road
Chain of Craters Road
Chain of Craters Road
Chain of Craters Road
Chain von Craters Road
Um 16:50 Uhr sind wir wieder beim Auto. Da wir noch ein wenig Zeit haben,
bevor es dunkel wird, wollen wir uns noch die Puu Loa Petroglyphs ansehen.
Ein einfacher Trail führt zu den Petroglyphen hin. Am Ende des Trails ist ein
Boardwalk. Erst nachher haben wir in Erfahrung gebracht, dass
viele Petroglyphen erst zu sehen sind, wenn man den Boardwalk verlässt. Komisch, wir dachten,
der Boardwalk sein gerade dafür da, dass man an den schönsten Petroglyphen vorbeigeführt wird.
Sei es drum... . Nach 45 Minuten und 2,8 Kilometern sind
wir um 17:35 Uhr wieder beim Auto und machen uns auf die Rückfahrt nach Hilo.
Puu Loa Petroglyphs Trail
Puu Loa Petroglyphs Trail
Puu Loa Petroglyphs
Puu Loa Petroglyphs
Puu Loa Petroglyphs
Puu Loa Petroglyphs
Gegen 18:30 Uhr sind wir wieder beim Hotel. Bevor wir einkaufen und etwas essen fahren, ruft Melanie noch schnell
bei Chris an. Chris ist unser Guide für unsere morgige Lavatour. Wir treffen uns um 3:45 Uhr an der Kirche in Kalapana und
sollen gute Schuhe, Wasser und vielleicht einen Regenschutz mitnehmen. Nach dem Telefonat gibt es einen Burger bei McDonalds
($14,97). Danach fahren wir noch Einkaufen bei SackNSave ($15,80). Im Supermarkt wollen wir beim Geldautomat Bargeld holen, leider
mag uns der Automat jedoch nicht. Also fahren wir zur First Hawaiian Bank. Im Dunkeln stehen wir dort draußen am Automaten. Weit und breit
kein Mensch zu sehen. Etwas mulmig ist uns schon, bloß schnell wieder ins Auto. Um 20:30 Uhr sind wir wieder im Hotel.