Der Wecker klingelt um 3:00 Uhr. Mühsam quälen wir uns aus dem Bett. Irgendwann müssen wir auf unserer
Hochzeitsreise doch auch mal "Urlaub" machen! Ja, aber nicht heute und nicht gestern und auch bestimmt nicht morgen.
Zu stark ist der Drang, jeden Tag etwas
Neues zu erleben. Vielleicht wird es ja heute was mit dem Sonnenaufgang am Haleakala. Um 3:30 Uhr machen wir uns
wieder auf die 80 Kilometer lange Fahrt zum Gipfel des Haleakala.
Erneut fährt Melanie sicher die Crater Road hinauf. Dieses Mal verursachen wir keinen Stau,
denn das Wetter ist gut. Kein Nebel behindert die Sicht, wir können sogar einige
Sterne sehen. Und außerdem kennen wir die Strecke jetzt schon gut. Um 5:00 Uhr erreichen wir den
Parkplatz am Visitor Center.
Draußen ist es bei weitem nicht so windig und kalt wie vorgestern.
Es dauert nicht lange, da trudeln die ersten Busse ein.
Nun aber schnell einen guten Platz für das Stativ sichern.
Aber wo ist der? Noch ist es zu dunkel um die Umrisse des Kraters erkennen zu können.
Sollen wir uns beim Gebäude des Visitor Center hinstellen oder lieber etwas weiter
rechts? Oder vielleicht sogar den White Hill hinaufsteigen? Ehe wir uns versehen,
sind bereits die Plätze am Visitor Center besetzt. Also suchen wir uns weiter rechts
einen Platz.
Sonnenaufgang auf dem Haleakala
Sonnenaufgang auf dem Haleakala
Um 5:15 Uhr beginnt das Schauspiel. Die am Horizont aufgehende Sonne, lässt die Wolken in den unterschiedlichsten
Rottönen leuchten. Immer mehr werden sie in glutrote Farben getaucht. Durch die zunehmende Helligkeit
können wir nach und nach immer
mehr vom Krater erkennen. Zum ersten Mal sehen wir, was sich innerhalb des Kraters befindet.
Kurz bevor die Sonne gegen 6:00 Uhr am Horizont erscheint, ist der Krater sehr gut zu erkennen und
der Himmel immer noch rot gefärbt. Für diesen wunderschönen Anblick lohnt es sich auf jeden Fall,
das frühe Aufstehen und die weite Anfahrt in Kauf zu nehmen.
Sonnenaufgang auf dem Haleakala
Sonnenaufgang auf dem Haleakala
Während das Auge die Landschaft weiterhin sehr gut erfassen kann,
ist der Kontrast zwischen der aufgehenden Sonne und dem im Schatten liegenden Krater zum
Fotografieren fast zu groß. Und so dauert es auch nicht lange, da steht die Sonne im Gegenlicht
und überstrahlt alles.
Kaum ist die Sonne aufgegangen, löst sich das dichte Gedränge am Visitor Center wieder auf.
Die Reisegruppen fahren mit dem Bus wieder hinunter und die Downhill Radfahrer müssen zu
ihrem Treffpunkt. Auch wir gehen erst einmal zurück zum Auto und frühstücken ein Sandwich.
Danach packen wir unsere Sachen für den Sliding Sands Trail. Die Sicht ist gut, also los geht´s.
Haleakala Visitor Center
Haleakala Visitor Center
Um 7:15 Uhr laufen wir los. Wir sind schon um den White Hill herumgelaufen, da merken wir, dass wir gar keine Karte
dabei haben. Zwar haben wir unser GPS-PDA mit den Topografischen Karten vom USGS dabei, aber trotzdem ist es immer noch
gut, eine Papierkarte dabei zu haben. Also geht Marc noch einmal zum Auto und kommt kurze Zeit später schon etwas aus der Puste
zurück. Na, das kann ja heiter werden. Hoffentlich macht uns die dünne Luft den Rückweg nicht allzu schwer.
Sliding Sands Trail
Sliding Sands Trail
Wir kommen gut voran. Ist ja auch kein Wunder, denn es geht bergab. Leider steht die Sonne wie befürchtet im Gegenlicht,
aber das wussten wir ja schon. Nach einer Weile kommt uns ein älteres Ehepaar entgegen. Besser gesagt, die Dame sitzt auf einem Stein und schnauft
vor sich hin. Wir vermuten einmal, dass sie den Trail etwas hinunter gegangen sind und nun auf dem Rückweg sind. Sie können unmöglich schon beim
Ka Luu o Ka Oo Krater gewesen sein.
Das Wetter ist herrlich. Die Luft ist klar und frisch. Noch macht uns die dünne Luft nicht
zu schaffen. Trotzdem halten wir oft an, um die Aussicht zu genießen oder Fotos zu machen.
Man kann fast sagen, dass wir etwas trödeln.
Sliding Sands Trail
Hang Loose
Silberschwert
Silberschwert (verblüht)
Sliding Sands Trail
Nach 90 Minuten und 4,2 Kilometern erreichen wir den Abzweig zum Ka Luu o Ka Oo Krater. Der Abstieg bis hierhin
ging sehr einfach und wir sind fast versucht, den Sliding Sands Trail noch etwas weiter zu gehen. Aber wir dürfen
den Rückweg nicht vergessen. Also schlagen wir den Weg zum Ka Luu o Ka Oo Krater ein.
Ka Luu o Ka Oo Krater (links)
Ka Luu o Ka Oo Krater (links)
Um 9:20 Uhr erreichen wir den Ka Luu o Ka Oo Krater. Wir umrunden den Kraterrand und genießen die phantastische Aussicht.
Wir versuchen zu erahnen, wo die anderen Trails verlaufen. Mit dem Fernglas können wir
die Holua Cabin erkennen. Diese liegt am Halemauu Trail, der einmal quer durch den Krater des Haleakala verläuft.
Liebend gern wären wir diesen Trail gelaufen. Mit 11,2 Kilometern wäre er auch an einem Tag zu schaffen, aber aufgrund
der Höhenluft haben wir dann doch wieder davon Abstand genommen. Ein weiteres Problem wäre außerdem, dass das Trailende nicht
am Visitor Center ist, sondern 10 Kilometer bergabwärts an der Zufahrtsstraße zum Gipfel.
Ka Luu o Ka Oo Krater
Ka Luu o Ka Oo Krater
Blick vom Ka Luu o Ka Oo Krater
Blick vom Ka Luu o Ka Oo Krater
Bevor wir uns auf den Rückweg machen ruhen wir uns noch etwas aus. Aber um 10:15 Uhr beginnen wir schließlich mit dem Aufstieg.
In der Ferne sehen wir bereits wie sich die ersten Wolken über die Kraterwand schieben.
Wir haben gerade wieder den Sliding Sands Trail erreicht, da werden die Wolken mehr.
Die kleinen Vulkankegel im Krater sind nicht mehr zu erkennen.
Kurz darauf kommt uns eine Gruppe entgegen, die auf Pferden unterwegs ist. Tja, die sehen wohl nicht mehr viel.
Es dauert nicht lange, da sind wir komplett von Nebel eingehüllt. Die Sichtweite beträgt nur noch ca. 50 Meter.
Der Aufstieg wird zunehmend anstrengender und die fehlende Aussicht lässt den Rückweg noch länger erscheinen.
Pferde auf dem Sliding Sands Trail
Pferde auf dem Sliding Sands Trail
Um 11:55 Uhr haben wir den Aufstieg geschafft. Inzwischen haben sich die Wolken ein wenig verzogen, so dass wir noch einen
letzten Blick vom White Hill auf den Krater werfen. Schade, gerade jetzt wo die Farben im Krater so richtig zur
Geltung kommen würden, sind so viele Wolken da.
Haleakala
Haleakala
Gegen 13:00 Uhr verlassen wir den Parkplatz am Visitor Center und fahren hinunter. Wir halten noch am Kalahaku und am Leleiwi Overlook.
Doch bei beiden Lookouts versperrt uns der Nebel die Sicht zum Krater. Auf dem Parkplatz des Halemauu Trailheads sehen wir endlich eine Nene,
oder besser gesagt gleich mehrere. Wir hatten schön befürchtet, dass es nur ein Gerücht ist, dass es sie geben soll.
Nene
Nene
Nene
Nene
Am Parkeingang werfen wir noch einen kurzen Blick in das Visitor Center, bevor wir um 14:15 Uhr Richtung Paia weiter fahren.
Da wir morgen die Road to Hana fahren wollen, dachten wir uns, dass wir ja bereits jetzt ein Stück der Strecke fahren können und
dann morgen mehr Zeit für die Gegend um Hana herum haben.
Auf der Fahrt nach Paia sieht Marc vom Fahrersitz aus, wie Melanies
Kopf immer wieder nach vorne fällt. Aber auch Marc hat trotz einer ganzen Dose
Energydrink ziemliche Schwierigkeiten, sich wach zu halten. Am Hookipa Beach geht es dann nicht mehr weiter. Unsere Akkus
sind völlig leer. Wir stellen das Auto ab, verschließen die Türen und legen uns für einen kurzen Schlaf auf die zurückgelehnten
Autositze hin. Nach einer Viertelstunde werden wir wieder wach. Es ist dermaßen heiß im Auto, dass wir meinen
zu verdursten. Na ja, jedenfalls hat der Kurzschlaf etwas geholfen. Wir werfen noch einen Blick auf die
mehr oder weniger begabten Surfer.
Hookipa Beach
Hookipa Beach
Hookipa Beach
Hookipa Beach
Hookipa Beach
In Paia kaufen wir bei Mana Food zwei Eis und machen uns dann aber endgültig auf die Rückfahrt zu unserem Hotel in Kihei.
Nach dem Einkauf im Foodland ($26,62) essen wir im Outback Restaurant ($59,10). Unsere Bedienung war, wie sollte es auch anders sein,
schon einmal in Deutschland, nämlich in Bremerhaven. Um 20:15 Uhr sind wir zurück im Hotel.